DER FLEDERMAUSTUNNEL

Presse

Die Rechte der Artikel liegen beim jeweiligen Herausgeber.


Copyright: reni hahn 2008 - Eingang Ostportal bei Kückelheim

Der Sauerland-Radring - 2007

Informationen zusammengestellt von Christina Jahnich

Das Sauerland entdeckt das Radfahren für sich. Trotz hoher Berge und tiefer Täler gibt es mittlerweile mehrere Radstrecken, die sich auch für weniger ambitionierte Pedaltreter eignen. Ganz neu ist der Sauerland-Radring, der die Orte Finnentrop, Eslohe, Schmallenberg und Lennestadt miteinander verbindet. Offiziell eingeweiht wird der Rundkurs erst an Pfingsten, ist aber schon durchgängig befahrbar. Als Landesradweg ist er bereits gekennzeichnet (weiße Schilder mit roter Schrift), Hinweise auf den "Sauerland-Radring" mit Fledermauslogo kommen in Kürze.

Die Strecke ist insgesamt rund 84 Kilometer lang und führt größtenteils über eine ehemalige Bahntrasse. Das bedeutet moderate Anstiege, so dass sich der Sauerland-Radring auch für Familien mit Kindern eignet. Außerdem verläuft er überwiegend abseits großer Straßen - Schlenkern ist also erlaubt. Der eine oder andere Anstieg ist im "Land der tausend Berge" natürlich nicht zu vermeiden.
Ein Drei-Gang-Rad reicht aber aus. Wer seine Kondition nicht überstrapazieren will, verteilt die Tour am besten auf zwei Tage. Gründe, Pausen einzulegen, gibt es nämlich viele.

 Mit den Fledermaustunnel oder auch Kückelheimer Tunnel wirbt der Sauerland-Radring. Auf fast 700 Metern geht es zwischen Finnentrop-Fehrenbracht und Eslohe-Kückelheim durch einen ehemaligen Eisenbahntunnel. Nicht zuletzt die naturbelassene, steinerne Decke, von der Wasser tropft, und niedrigere Temperaturen sorgen für eine kleine Gänsehaut. Bekannteste Bewohner des Tunnels sind Fledermäuse, die allerdings nur im Winter dort leben. In den Wintermonaten (Ende Oktober bis Anfang April) ist der Tunnel zum Schutz dieser Tiere deshalb geschlossen.
Der Radring bietet außerdem einen Blick "hinter die Kulissen" des Sauerlandes. Abseits der Straßen sind die Dörfer, Höfe, Gärten etc. aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Weitere Infos: Da der Sauerland-Radring noch ganz neu und offiziell noch gar nicht eröffnet ist, sind Broschüren, spezielle Karten etc. zurzeit noch in Arbeit. Die Touristinformationen können aber natürlich Auskunft geben über die Strecke, Anreise mit Auto, Bus und Bahn, Übernachtungsmöglichkeiten, Fahrradverleih und vieles mehr.
Adressen: Sauerland-Tourismus Tel: 01802/403040
Kur- und Freizeit GmbH Schmallenberger Sauerland Tel.: 0800/0114130 oder 02972/9740-0
© http://www.wdr.de/radio/wdr2/moma/372963.phtml


Copyright: reni hahn 2008 - Eingang Westportal bei Fehrenbracht

Die seltenen Fledermausarten "Großes Mausohr" und die "Wasserfledermaus" haben ihr Winterquartier verlassen.

© Sauerlandkurier, 28.03.07

Pünktlich zum Frühjahrsbeginn kann somit am kommenden Samstag, 31. März, der Fledermaustunnel sowie der Radweg Fehrenbracht-Eslohe freigegeben werden. Start ist um 14 Uhr am Sägewerk Mester in Fehrenbracht. Eigens aus Düsseldorf wird der Verkehrsminister des Landes NRW, Oliver Wittke, anreisen, um durch den beleuchteten Tunnel und auf dem reizvollen Radweg — einem Teilstück des Sauerland-Radringes — von Fehrenbracht nach Eslohe zu radeln (Start: 14.30 Uhr).

Bei einem Zwischenstopp (gegen 14.45 Uhr) wird der Minister einen der 138 Bäume der neuen Eichenallee bei Kückelheim pflanzen. Dann geht es weiter durch das Marpe- und Salweytal zum Maschinen- und Heimatmuseum Eslohe. Dort soll ab etwa 15.20 Uhr der Fledermausradweg in fröhlicher Runde gebührend gefeiert werden.

Einen weiteren Termin sollte man sich vormerken: Samstag, 26. Mai 2007, wird der gesamte Sauerland-Radring eröffnet.


Copyright: reni hahn 2008 - Ausgang Westportal bei Fehrenbracht

Die Zeit des Wartens ist vorbei.

 © Sauerlandkurier, 20.04.08

Die Gemeinden Finnentrop und Eslohe haben die Verbindung zwischen den beiden Kommunen durch den 689 Meter langen "Kückelheimer Tunnel" wieder hergergestellt.

Endlich können Familien mit Kindern gefahrlos den auf der alten Bahntrasse angelegten Radweg zwischen Fehrenbracht und Eslohe "unter die Räder nehmen", nachdem die im Tunnel vorhandenen Fledermäuse ausgeflogen sind und erst zum Überwintern wieder einfliegen. Bis dahin steht der Tunnel wieder seinem eigentlichen Zweck zur Verfügung.

Der "Fledermaustunnel" ist der Höhepunkt des SauerlandRadring, der die Orte Finnentrop, Eslohe, Schmallenberg und Lennestadt auf einem 84 km langen Rundkurs miteinander verbindet. Entlang des Weges liegen viele Sehenswürdigkeiten. Für diejenigen, die es noch nicht kennen, ist ab sofort wieder Gelegenheit, das Versäumte nachzuholen.


Copyright: reni hahn 2015

Öffnungshinweis 2008

© www.derwesten.de, 17.04.08  

Fehrenbracht. (hh) Der ehemalige Eisenbahntunnel bei Fehrenbracht wird aller Voraussicht nach erst am kommenden Samstag für Radfahrer und Spaziergänger geöffnet.
Das teilte die Kreisverwaltung in Olpe mit. Bei der letzten Begehung des Bauwerks am vergangenen Sonntag entdeckten Experten noch 27 Fledermäuse, die ihren Winterschlaf in dem alten Gemäuer hielten. Allerdings geht Kreisdirektor Theo Melcher davon aus, dass auch diese Tiere in den kommenden Tagen ausfliegen und der Tunnel somit für die Menschen freigegeben werden kann.
Ursprünglich sollte der Tunnel bereits am 1. April geöffnet werden. So sieht es eine Vereinbarung zwischen den Gemeinden Eslohe und Finnentrop sowie dem Regierungspräsidium in Arnsberg vor. Wegen des nasskalten Wetters hatten in diesem Jahr jedoch viele Fledermäuse, darunter die gesamte Population des streng geschützten Großen Mausohrs, ihren Winterschlag verlängert.
Daraufhin verlängerte die Kreisverwaltung als zuständige Naturschutzbehörde die Sperrung bis zum 15. April. Jetzt soll der Tunnel sogar noch vier Tage länger geschlossen bleiben. Die Bürgermeister Weber (Eslohe) und Heß (Finnentrop) haben verwaltungsgerichtliche Schritte gegen die verlängerte Sperrzeit angekündigt.

 

Doch Klage im Fledermaus-Streit?

© www.derwesten.de, 23.04.08

(pep) Das Hickhack um die Öffnung des "Fledermaustunnels" zwischen Fehrenbracht und Kückelheim veranlasste den Finnentroper Bürgermeister Dietmar Heß zu einigen Anmerkungen in der Sitzung des Gemeinderates am Dienstag.

Er erklärte, dass die Touristiker Verlässlichkeit bei den Öffnungszeiten für den Tunnel einforderten. Ansonsten könne man die gedruckten Werbemittel wieder einstampfen. Was bei allen anderen Tunnels in Deutschland möglich sei müsse auch hier gehen. Das sieht auch sein Esloher Kollege Reinhold Weber so.
Als Empfänger der Verfügungen zum Fledermaustunnel strebt auch er eine dauerhafte verbindliche Lösung mit dem Kreis Olpe an. Zunächst im Guten "wir wollen uns doch nicht vors Knie treten", zur Not aber auch auf dem Klageweg vor dem Verwaltungsgericht, wozu er sich von seinem Gemeinderat in dessen letzter Sitzung "grünes Licht" geben ließ.

Man habe es nie auf einen Konflikt zwischen Tourismus und Naturschutz angelegt, unterstrich er gestern im Gespräch wie Heß am Dienstag, da das kontraproduktiv sei. Heß erklärte, er habe allerdings das Gefühl, dass die Bürger "zunehmend mit einem aggressiveren Unterton" auf diese Thematik reagierten.

Auf einen positiven Aspekt der leidigen Angelegenheit wies der Finnentroper Bürgermeister aber auch hin: Die gute Nachbarschaft zur Gemeinde Eslohe sei so wieder begründet worden, nach dem der geschlossene Tunnel zu "so etwas wie einer Grenze" geworden sei.


Copyright: reni hahn 2015 - die alten Notbuchten dienen im Winter den Fledermäusen als Quartier

Raus geht's: "Ich fahr' so gerne Rad"  

Von Paul Rötz  - © www.derwesten.de, 23.04.08

Radfahr'n ist gesund! Radfahr'n macht Spaß. Lange Zeit galt das nur fürs Flachland. Jetzt aber wird auch in den Bergen das Rad rausgeholt. Im Kreis Olpe jedenfalls haben Radwege Konjunktur und werden aller Orten ausgebaut.
Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht, dass auch im Land der 1 000 Berge sich die Radwege durch die Talauen schlängeln, dass alte Bahntrassen abgetragen werden und dass dort nicht mehr die Lokomotiven schnaufen, sondern die Radler. Das Rad erobert alles. Geländemäßig in den steilsten Waldlagen, rennmäßig über glatten Asphalt und tourenmäßig über Sand- und Wiesenwege.

Ob als Tagesausflügler oder Kurzurlauber: ein Einstieg in bestehende Wanderstrecken ist an vielen Stellen möglich. So verbindet etwa der 83 Kilometer lange Sauerland-Radring die Städte Schmallenberg und Eslohe mit Finnentrop und Lennestadt und führt durch ausgedehnte Wälder, aber auch durch den Fledermaustunnel, der in den Wintermonaten den bedrohten Flugsäugern vorbehalten ist.

Der Fledermaustunnel ist Höhepunkt des Sauerland-Radrings.
Dabei muss man nicht einmal Radsportler sein, um sich auf eine der Touren zu machen. "Genussradeln" heißt die Devise, und die vermittelt eher ein aktives Lebensgefühl als wachsende Muskeln. Daneben gibt es viele kurze Radstrecken, die an einem Tag zu meistern sind. Ein touristisches Angebot, das in den Köpfen noch nicht so richtig angekommen zu sein scheint.
Das kann man von der Kreisstadt Olpe an sonnigen Tagen nicht sagen. Es ist schier unglaublich, wieviel Radler auf dem Marktplatz in den dortigen Kneipen und Cafès Halt machen, um sich zu erfrischen, ein Stück Kuchen zu essen oder ein Eis zu lutschen. Es bleibt was hängen in den Umsätzen der Stadt. Und das nicht unerheblich. Gastropunkte wie Löwen, Villa, Eis-Bortolot oder auch die Biggepavillons am See wissen das zu schätzen.

Dipl. Ing. Johannes Venc vom Olper Tiefbauamt weiß um die Wichtigkeit der Radwege. "Wir sind im Bilde und haben bereits ein ansehnliches Rad- und Fußgängerwegenetz sternförmig zu den Dörfern rund um die Kreisstadt angelegt. Thieringhausen, Rehringhausen (ganz aktuell), Neuenkleusheim, sogar bis zum dortigen Sportplatz (im Bau) ist alles mit dem Rad zu erreichen." Selbst die Anbindung des Radweges nach Kruberg sei in der Überlegung.

Auch die Stadt Drolshagen ist dabei - vor allem auf dem alten Bahndamm von Pernze über Hützemert nach Olpe - einen Rad-und Fußweg zu errichten. Wie auch in Olpe ist auch hier das Landesamt Straßen NRW mit im Boot. Verläuft der Radweg parallel zu einer Bundestraße, so trägt Straßen NRW die Kosten. Dipl. Ing. Karl-Josef Fischer: "Die Städte und Gemeinden übernehmen für uns Planung und Bauausführung. Dafür bekommen sie komplett alle Kosten erstattet. Schließlich schützen wir mit den Radwegen die Radfahrer und entlasten zusätzlich den Straßenverkehr."

Von Hützemert bis Drolshagen ist der neue Weg bereits fertig. Die Straßenquerung der B 54/55 in Hützemert wird mit einer automatischen Ampel ausgestattet. Rd. 30 000 Euro wird die Anlage laut Fischer kosten; das gesamte Radwegestück sogar über 1. Mio. Euro. Mit einer Induktionsschleife steuert der Radfahrer den Kontakt und lässt über Rotlicht den Autoverkehr stoppen. Überhaupt: Das Radwegenetz im Kreis Olpe soll über den Pernzer Tunnel mit der Stadt Bergneustadt verbunden werden. Das Radwegenetz über Rothemühle, Kirchen, Hohenhain, Wildenburg Bahnhof ist sogar mit Rheinland-Pfalz länderübergreifend. Zurzeit entsteht der Lückenschluss in Rothemühle an der L 343 über das Bröhltal bis Wildbergerhütte.

 

Tunnelschild im neuen, alten Glanz

© www.derwesten.de, 24.04.08

Finnentrop/Kückelheim. Wegen Streitereien ist der als "Fledermaustunnel" bekannte Tunnel zwischen Fehrenbracht und Kückelheim in die Schlagzeilen geraten. ...

(WR) Erstrahlt in neuem, alten Glanz: Das originale Tunnelschild auf Kückelheimer Seite ist voller Gewehreinschüsse. Fast unbemerkt blieb hingegen, dass das originale Tunnelschild auf Kückelheimer Seite wieder an seinem Platz hängt.

Aus Rentabilitätsgründen wurde die Bahnstrecke Finnentrop - Wennemen bereits in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nach und nach stillgelegt. Der letzte Schienenbus befuhr die Strecke am 21. Mai 1966. Später wurde auch der Güterverkehr eingestellt. Ab 1976 wurden nach und nach die Gleise sowie mehrere Bahnbrücken auf der gesamten Strecke abgerissen. Die alte Bahntrasse fiel in einen Dornröschenschlaf.

Bei der Wiedereröffnung des Tunnels, der zwischenzeitlich zahlreichen Fledermäusen zur Überwinterung dient, am 31. März 2007 mit der neuen Nutzung als Teil des Fahrradwegs zwischen Finnentrop und Eslohe im Sauerland-Radring fehlte das alte Tunnelschild auf der Kückelheimer Seite, während das Schild bei Fehrenbracht, beschädigt, aber lesbar, den Tunneleingang schmückte.

Recherchen von Aktiven des Museumsvereins Eslohe brachten im Sommer 2007 Licht in das Verschwinden des Kückelheimer Tunnelschildes. 1989 hatte das Schieferbergbau- und Heimatmuseum Holthausen eine Ausstellung zum Thema "Die Eisenbahn im Sauerland" organisiert. Hierhin gelangte das Kückelheimer Tunnelschild, später dann in die Depots in Holthausen.

Durch den Vorsitzender des Museumsvereins Eslohe, Rudolf Franzen und seinen Schwager Rötger Belke-Grobe, Vorsitzender des Holthauser Museums, wurde die Rückführung des Schildes eingefädelt. Am 31. Oktober vorigen Jahrs wurde es gegen ein Fünf-Liter Fass Esselbräu eingetauscht. Das Tunnelschild war durch den Zahn der Zeit und zahleiche Gewehrtreffer arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Bauhof der Gemeinde Eslohe wurde es im Winter wetterfest gemacht.


Copyright: reni hahn 2015 - Das alte Tunnelschild mit Einschusslöchern.

Der Fledermaustunnel ist dicht:

01.11.2010 Text: Friedhelm Tomba


Die Türen des Aushängeschilds vom Sauerlandradring wurden am Sonntag geschlossen. Keine leichte Aufgabe für Reinhard Hanses und Gerd Blumroth, die Männer von den Finnentroper Gemeindewerken sahen sich einer Vielzahl von „Nachzüglern“ ausgesetzt. „Lasst uns bitte noch durchfahren“ – Fahrradfahrer und Spaziergänger nutzten jede „geschenkte Minute“ aus.

Nun sind die Pforten des alten Relikts von 1910 dicht, erst am 10. April steht der bis dato fest in Fledermaushand befindliche Tunnel wieder menschlichen Lebewesen zur Durchquerung zu Verfügung – es sei denn, die Natur zeigt sich radfahrerfreundlich: Wenn es Ende März schon warm ist und die kleinen Tiere nicht mehr müde sind, wird die 689 Meter Röhre eher geöffnet.

Gemeinde Finnentrop: „Fledermaustunnel“ ab 7. April geöffnet

Copyright: Lokalplus, 01.04.18

Finnentrop. Fünf Monate haben sie ihren Winterschlaf gehalten. Nun sind die Fledermäuse aus ihrem Winterquartier, dem Kückelheimer Tunnel, ausgeflogen. Für Radfahrer, Skater und Fußgänger heißt das: Der „Fledermaustunnel“ wird wieder geöffnet – und zwar am Samstag, 7. April. Aufgrund der günstigen Wetterbedingungen werden die Gemeinden Finnentrop und Eslohe mit ihren Partnern aus Meschede, Schmallenberg und Lennestadt die Tore des „Fledermaustunnels“ schon ein paar Tage früher als sonst üblich öffnen. Damit ist die Zeit des Wartens vorbei, und die 689 Meter lange Röhre steht ab Samstag wieder zur Verfügung. Fast sieben Monate, nämlich bis Ende Oktober, werden die Tore offen sein.

Der „Fledermaustunnel“ ist der Höhepunkt des „SauerlandRadrings“, der die fünf Partner-kommunen auf dem 84 Kilometer langen Rundkurs und der 40 Kilometer langen „HenneseeSchleife“ mitten im Herzen des Sauerlandes miteinander verbindet. Er ist gleichzeitig aber auch Teil des 112 Kilometer langen Ruhr-Sieg-Radweges, der Meschede im Ruhrtal mit Kirchen im Siegtal verbindet und den Radfahrer am Biggesee entlang führt.

„Immer mehr Fahrradfreunde haben die überwiegend steigungsarmen und abwechslungsreichen Themenradwege für sich entdeckt. An schönen Tagen kommt es vor, dass über 1.000 Radfahrer die Zählstelle am Tunnel passieren“, teilt die Gemeinde Finnentrop mit. Nicht nur die Landschaft längs der Route, sondern auch diverse Sehenswürdigkeiten seien verlockend. (LP)

"Batman" läuft Marathon

Frank Pachura veranstaltet am 19. Oktober den etwas anderen Marathon in Finnentrop. Mit seinem Kostüm hat er bereits Eigenwerbung betrieben.

An Kreativität und Einfallsreichtum mangelt es Frank Pachura keineswegs. Der passionierte Marathon-Läufer aus Welver spult nicht nur Kilometer um Kilometer ab, er tut dies auch an Orten, wo Passanten vor lauter Staunen wohl die Luft wegbliebe. Wie etwa im kommenden Herbst im Fledermaustunnel in Finnentrop.

Aber nicht nur da: Vor gut drei Jahren entschloss sich der 55-Jährige beispielsweise dazu, auf der Kuppe des Dortmunder Fernsehturms unglaubliche 1300 Minirunden zu drehen. Was gut 42 Kilometern entsprachen. Ein anderes Mal zog sich der Hochbautechniker eine „Age Suit“ an, also eine Gewichtsweste sowie Arm- und Beinmanschetten, und lief damit in einem Welveraner Fußballstadion den Marathon. Die Wüste Namibias, ein Mais-Labyrinth in Soest, eine Motocross-Strecke in Werl, ein Reiterauslauf in Hamm: an all diesen Orten hinterließ der gebürtige Dortmunder bereits seine Fußabdrücke.

Elfte Ausgabe

Vor diesem Hintergrund erscheint es irgendwie logisch, dass auch der Fledermaustunnel in Finnentrop das Interesse des 55-Jährigen geweckt hat. Am 19. Oktober, einem Samstag, veranstaltet Pachura, mit Unterstützung der Gemeinde Finnentrop, deshalb genau dort einen Marathon. Es wird die elfte Ausgabe von „Lidoma“ sein, einem von Pachura initiierten Jedermannlauf. „Lidoma“ steht für „Laufen in Dortmund Marathon“ und ist gleichzeitig ein Laufsportportal, das der Ruhrpottler betreibt.

Rund 700 Meter Länge misst der Fledermaustunnel in Finnentrop. 30, vielleicht 31 Mal werden die etwa 80 bis 90 Teilnehmer hin- und herlaufen und dabei zumindest vor den beiden Eingängen ein paar Meter unter freiem Himmel unterwegs sein. Bevor sie wieder im Tunnel verschwinden. Und später am Abend somit auch in die Dunkelheit, denn dann werden die Lampen in Inneren des Tunnels ausgeschaltet, damit die nachtaktiven Fledermäuse nicht gestört werden.

Einzigartige Atmosphäre

„Für uns heißt das, dass wir alle mit Stirnlampen laufen werden“, erklärt Pachura, der mit der Dunkelheit zu späterer Stunde im Fledermaustunnel bereits Bekanntschaft gemacht hat. Er weiß: „Dann erkennt man seine Hand vor den Augen nicht mehr.“ Doch genau diese einzigartige Atmosphäre macht für den Marathon-Läufer die Faszination seines Sportes aus. „Das ist doch total spannend, mit Fledermäusen zusammen einen Marathon zu laufen, auch wenn du irgendwann das Gefühl dafür verlierst, in welcher Runde du gerade bist“, erklärt der Welveraner, der mehr als 200 dieser Läufe bereits in seiner Vita stehen hat. Nebenbei läuft Pachura nicht nur Marathons, sondern gerne auch mal einen „Ultra“, wie beispielsweise vergangenes Jahr Pfingsten, als er den Ruhrtal-Radweg von Winterberg bis nach Duisburg lief. 230 Kilometer. In 37,5 Stunden.

Eigene Laufgemeinde

Auf den Fledermaustunnel, berichtet der gebürtige Dortmunder im Gespräch mit dieser Redaktion, sei er durch einen Mitstreiter aus seiner Laufgemeinde gestoßen, in der Pachura seit 2001 aktiv ist. In dieser Gruppe tummeln sich die verschiedensten Läufer, die Pachura mit der Zeit kennengelernt hat und die allesamt möglichst besondere Marathons laufen wollen. Und keine horrenden Startgebühren zahlen oder große Reisekosten auf sich nehmen wollen.

Zu genau diesen Vorstellungen passt das Event im Fledermaustunnel wie die bekannte Faust aufs Auge. „Das wird eine tolle Veranstaltung, die wir gerne unterstützen“, war Ludwig Rasche, 1. Beigeordneter der Gemeinde Finnentrop, dem Eigentümer des Tunnels, sofort Feuer und Flamme. Schon vor Monaten habe er daher Frank Pachura grünes Licht gegeben. Rasche: „Das hat natürlich auch einen wunderbaren Mehrwert für uns, weil dadurch der Fledermaustunnel noch bekannter wird.“

Seit 18 Jahren dabei

Doch selbst diesen Part hat der Mann aus dem Kreis Soest ein Stück weit selbst übernommen, indem er sich von seiner Lebenspartnerin Kerstin Greb bereits im Spätsommer 2018 in einem Batman-Kostüm vor dem Fledermaustunnel ablichten ließ. Zur Verwunderung der zahlreichen Radfahrer und Fußgänger. Aber auch das gehört zu Frank Pachura. Er dreht kleine Videos, von seinen Läufen, aber genauso von seinen Vorbereitungen und eben an den Orten, an denen er noch laufen will. Batman und die Fledermäuse, das passt bekanntlich zusammen.

Seine Liebe zum Marathon entdeckte Pachura vor etwa 18 Jahren. „Bis dahin habe ich Judo gemacht, doch irgendwann streikte mein Rücken“, berichtet er. Ein Arbeitskollege habe ihn dann auf den Marathon-Trip gebracht. Spätestens beim Silvesterlauf von Werl nach Soest am 31. Dezember 2000 habe er endgültig Blut geleckt. Im Oktober 2001 lief er dann auch in Köln seinen ersten Marathon. Die Faszination war ausgebrochen. Und sie ist bis heute ungebrochen. Davon werden sich auch die Fledermäuse ein Bild machen können.

Über www.lidoma.de wird es ab dem Frühjahr ein Anmeldeformular für den Marathon geben. Wer jetzt schon weiß, dass er teilnehmen möchte, kann sich per Mail melden. Kontakt:
info@laufen-in-dortmund.de

Copyright: Flemming Krause 06.02.2019 , Westfalenpost

 

 

 

 

 


Copyright: reni hahn 2015.